Kleindenkmal des Monats

Oktober: Wappen Württembergs in Güglingen an der Herzogskelter

Die Tafel ist an der Rückseite der Herzogskelter angebracht. Sie ist gusseisern und bezeichnet das Jahr 1612. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2014. Dargestellt ist das württembergische Wappen des Johann Friedrich von Württemberg. Es ist eine Wappentafel mit ausführlich dargestellter Helmzier.

 

Initialen: 

 

IFHZW. Die letzten drei Buchstaben HZW stehen für Herzog zu Württemberg. IF sind die Initialen von Johann Friedrich, dem Nachfolger seines Vaters Friedrich. Er stammt aus der zweiten Seitenlinie Württemberg-Mömpelgard (Ulrich aus der ersten!). Zur Unterscheidung seiner Linie nahm schon der Vater das Fischweible von Mömpelgard als Haupthelmzier in seine Wappen auf.

 

Helmzier:

 

Das Hiefhorn steht für den Titel des Herzogs von Württemberg. Die Frau mittig, das Fischweible von Mömpelgard als Haupthelmzier, ist ein Symbol für den Herzogentitel von Mömpelgard. Der gerautete Oberkörper der Bracke steht für den Titel des Herzogs von Teck.

 

Das Wappenschild ist geviert:

Feld 1: Drei liegende Hirschstangen als das Stammwappen von Württemberg.

Feld 2: Gold und schwarz gerautet steht dies für das Wappen der Herzöge von Teck.

Feld 3: Die Reichsturmfahne für das Amt des Reichsbannerträgers.

Feld 4: Das Wappen Mömpelgards: in Rot zwei pfahlweise abgekehrte goldene Barben.

September: Zaberquelle

Eine ganze Region (das Zabergäu) leitet ihren Namen von der Zaber ab. Und so war der Wunsch nur zu verständlich, den Ursprung dieses heute meist „zahmen“ Gewässers und seine Bedeutung für die Region durch das Aufstellen eines beschrifteten Steines zu dokumentieren. Schon beim Bau der Häfnerhaslacher Verbindungsstraße 1912 versuchte man, die Zaberquelle im Zuge der Baumaßnahmen zu fassen.[1] Schon mehrfach hatte man sich dies vorgenommen. In einem Bericht anlässlich der Hauptversammlung des Zabergäuvereins vom 14. Juni 1969 heißt es: „Die Fassung der Zaberquelle hat sich aus verschiedenen Gründen als nicht durchführbar erwiesen.“[2] Sucht man die Zaberquelle auf, wird auch recht schnell klar, warum: Es ist nicht wie bei der Quelle des Michelbachs oder anderen eindeutig punktuell zuzuweisenden Quellen. Rund um die Zaberquelle gibt es viel Oberflächenwasser, viele kleine Rinnsale (Sickerquelle) Dennoch wurde vermutlich 1912 zur Einweihung der neuen Verbindungsstraße zwischen Zaberfeld und Häfnerhaslach ein beschrifteter Quellstein aufgestellt. Bei Fällarbeiten ist er in 8 Teile zersprungen (2002). Förster Böckle, damals zuständig für den Stromwald, sorgte dafür, dass ein Steinmetz aus Häfnerhaslach diesen Stein reparierte. Als Ersatz suchte er einen geeigneten Findling aus dem Stromberg. Der Text des Originals wurde eingehauen. Es wird erzählt, dass dies Gottlob Schock aus Zaberfeld gemacht habe. Andere sagen, es war jemand aus Ochsenbach. Nach einem kurzen Zwischenspiel im Rathaus von Zaberfeld lag der Originalstein seit 2012 auf dem Bauhof auf einer Palette und harrte dort immerhin acht Jahre auf eine sinnvolle Sekundärverwendung. Förster Böckle sorgte zeitnah dafür, dass ein neu gehauener Stein an seinem ursprünglichen Platz aufgebaut wurde. Der Text ist in Majuskeln eingehauen und lautet:

 

ZABERBRUNNEN

LASS DEIN WASSER

KLAR UND EWIG FLIE-

SSEN DASS PFLANZEN

TIERE MENSCHEN ES

GENIESSEN DEIN WAS-
SER STRÖME DURCHS
ZABERTAL DAS SCHÖNE

 

Dem Wunsch, die Zaberquelle zu fassen, stehen aber nicht nur die genannten technischen Gründe im Wege, auch die untere Naturschutzbehörde vom Landratsamt erhob ihr Veto. Eine kleine, seltene Steinkrebsart fühlt sich dort in dem kalkhaltigen Oberflächenwasser wohl und soll erhalten bleiben.

 

Seit Mitte des Jahres 2020 steht der reparierte Stein am Abendwaldweg nahe der Ehmetsklinge im dort neu gegründeten Lapidarium mit 17 weiteren historischen Steinen.



[1] ZZV 1912
[2] ZZV 1969/3